Lage und Gliederung
Seckenheim liegt im Osten Mannheims direkt am Neckar und ist einer der elf äußeren Stadtbezirke der Stadt. Der Bezirk mit der Ordnungsziffer 10 besteht seit der Stadtteilgliederung vom 1. Januar 2020 aus den beiden Stadtteilen Seckenheim und Hochstätt, trägt die Postleitzahl 68239 und zählte am 31. Dezember 2024 genau 15.940 Einwohner mit Hauptwohnung auf 9,42 Quadratkilometern.
Damit gehört Seckenheim zu den mittelgroßen der 17 Mannheimer Stadtbezirke, in denen zusammen 328.647 Menschen leben. Der Stadtteil Seckenheim umfasst den alten Ortskern an der Seckenheimer Hauptstraße, die Neubaugebiete im Westen und Süden sowie die Siedlung Suebenheim. Der Stadtteil Hochstätt liegt südwestlich davon zwischen der Autobahn A 656 und dem Rangierbahnhof.
Nachbarn innerhalb Mannheims sind Friedrichsfeld im Osten, Rheinau im Süden und Neuostheim/Neuhermsheim im Westen. Im Norden bildet der Neckar die Grenze. Auf der anderen Flussseite liegt Ilvesheim, das zum Rhein-Neckar-Kreis gehört und über die Neckarbrücke zu erreichen ist; flussaufwärts folgt Edingen-Neckarhausen. Seckenheim ist damit die Stelle, an der Mannheim am Neckar in den Landkreis übergeht.
Eine Übersicht aller 17 Bezirke und 38 Stadtteile finden Sie im Stadtteil-Hub.
Geschichte in Kürze
Seckenheim ist eines der ältesten Dörfer auf Mannheimer Gemarkung: 766 im Lorscher Codex erstmals erwähnt, 1462 Schauplatz einer Schlacht, 1930 nach langen Verhandlungen eingemeindet.
Schon die Römer siedelten hier. Ein Ziegelofen belegt eine Besiedlung zwischen 74 nach Christus und dem frühen 2. Jahrhundert. Im Lorscher Codex taucht der Ort ab 766 insgesamt 64 Mal in verschiedenen Schreibweisen auf. Der Name geht wahrscheinlich auf das Heim des Sikko zurück und wäre damit fränkischen Ursprungs. Bis 1247 gehörte Seckenheim zum Kloster Lorsch und damit zum Erzbischof von Mainz, dann fiel es nach einer Fehde an den Pfalzgrafen Otto II. 1274 ist erstmals ein Gericht belegt. Um 1439 war Seckenheim ein wohlhabendes Dorf mit 450 Einwohnern.
Am 30. Juni 1462 fand südöstlich des heutigen Stadtteils die Schlacht bei Seckenheim statt. Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz besiegte dabei Markgraf Karl von Baden, Bischof Georg von Metz und Graf Ulrich von Württemberg und sicherte damit seine Vormachtstellung am Oberrhein. Im Dreißigjährigen Krieg fiel Seckenheim 1623 an Kurmainz und kam erst 1651 mit dem Bergsträßer Rezess zur Kurpfalz zurück. 1682 wurde auf Seckenheimer Gemarkung Friedrichsfeld gegründet. 1768 ließ Freiherr von Stengel das Schloss Seckenheim mit dem Park am Neckar bauen, dazu südlich den Stengelhof, der heute zu Rheinau gehört. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebte vorübergehend Léon Denuelle, der uneheliche Sohn Napoleons, in Seckenheim.
1786 zählte der Ort 1.098 Einwohner, 1803 wurde er mit der rechtsrheinischen Kurpfalz badisch. 1873 entstand auf Seckenheimer Gemarkung die chemische Fabrik Rheinau, um die eine schnell wachsende Siedlung samt Hafen entstand. 1876 folgte der Bahnhof, um den sich die Siedlung Hochstätt bildete, und 1891 die dampfgetriebene Schmalspurbahn Mannheim-Heidelberg durch die Seckenheimer Hauptstraße, die spätere Oberrheinische Eisenbahn. 1910 hatte Seckenheim 5.754 und Rheinau 3.950 Einwohner. 1913 wurde Rheinau abgetrennt und nach Mannheim eingemeindet; als Entschädigung erhielt Seckenheim das 225 Hektar große Kloppenheimer Feld.
1911 bekam der Ort seinen Wasserturm. In den 1920er Jahren begann der Bau des Neckarkanals, wodurch der alte Neckar oft so wenig Wasser führte, dass Boote nicht mehr fahren konnten; 1927 wurde deshalb die Bogenbrücke nach Ilvesheim gebaut. 1930 wurde Seckenheim nach langen Verhandlungen nach Mannheim eingemeindet. 1931 entstanden die ersten Wohnhäuser in Suebenheim. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die US-Armee die Seckenheimer Kasernen und die frühere Reichsautobahn-Gaststätte. Ab 1980 wurden im Westen und Süden Neubaugebiete erschlossen.
Charakter und Wohnen
Seckenheim ist ein ehemaliges Kurpfälzer Dorf, das seinen Ortskern behalten hat und sich nach außen mit Siedlungen und Neubaugebieten erweitert hat. Im Dialekt heißt der Ort Seggene, und ein eigener Wortschatz auf Seggemarisch füllt mehrere Bücher.
Die Seckenheimer Hauptstraße ist mit 4,06 Kilometern die Lebensader des Bezirks: Sie führt als Landesstraße von der Gemarkungsgrenze bis zur Autobahnüberführung, und durch sie fährt seit 1891 die Bahn, heute die Stadtbahn. Rund um den Kapellenplatz, den Badener Platz und das Alte Rathaus von 1718 liegt der alte Kern mit Höfen, Kirchen und Geschäften. Viele Straßennamen wurden nach der Eingemeindung 1930 geändert, weil es in Mannheim bereits gleichnamige Straßen gab: Die Freiburger Straße hieß bis dahin Luisenstraße, die Kloppenheimer Straße setzt sich aus Friedrichstraße, Obergasse und Wasenweg zusammen, und der Badener Platz war bis 1946 der Lorettoplatz. Auffällig ist, dass ein großer Teil der Straßen nach badischen Orten benannt ist, von der Konstanzer Straße über die Offenburger Straße bis zum Kaiserstuhlring mit Ihringer und Bötzinger Weg. Alle Namen und Herkünfte finden Sie im Straßenlexikon.
Wohnen in Seckenheim heißt Dorfnähe mit Stadtanschluss: Einfamilien- und Reihenhäuser in den Neubaugebieten, alte Hofanlagen im Kern, Mietwohnungen in Hochstätt. Der Neckar mit Damm und Wiesen liegt in wenigen Minuten Entfernung, und die Stadtbahn bringt Sie ohne Umsteigen nach Mannheim oder Heidelberg. Als äußerer Stadtbezirk hat Seckenheim ein Gemeindesekretariat für örtliche Verwaltungsaufgaben und einen Bezirksbeirat mit zwölf Mitgliedern.
Das Wappen zeigt einen Abt unter einem Baldachin mit drei gotischen Spitzbögen, mit Krummstab und Evangelium. Es entwickelte sich aus dem Gerichtssiegel, das seit 1573 nachweisbar ist, und geht auf das St. Ägidiusstift in Neustadt zurück. Gestaltet hat es der in Seckenheim geborene Heraldiker Hermann Grimm.
Quartiere und Ortslagen
Der Bezirk gliedert sich in den Stadtteil Seckenheim mit Ortskern, Neubaugebieten und der Siedlung Suebenheim sowie den Stadtteil Hochstätt am Bahnhof.
Alter Ortskern
Der historische Kern liegt beiderseits der Seckenheimer Hauptstraße. Hier stehen das Alte Rathaus von 1718, in dem heute eine Filiale der Stadtbibliothek untergebracht ist, sowie Kapellenplatz und Kapellenstraße, Badener Platz und die Straße Hinter den Dorfgärten. Der Straßenname Am Römerbrunnen erinnert an die römische Besiedlung, die Stengelstraße an den Erbauer des Schlosses. Von der Hauptstraße führen die Kloppenheimer Straße als Weg zum Kloppenheimer Feld und zur Kloppenheimer Brücke sowie die Freiburger Straße zum Kapellenplatz.
Wasserturm und Schloss
Der Wasserturm von 1911 steht an der Wasserturmanlage und ist das Wahrzeichen des Bezirks. Das Schloss Seckenheim ließ Freiherr von Stengel 1768 errichten, dazu einen Park am Neckar. Beide Bauten gehören zu den bekanntesten Adressen im Osten der Stadt und werden auf der Seite Historische Gebäude im Zusammenhang mit weiteren Bauwerken beschrieben.
Suebenheim
Suebenheim ist eine Siedlung, deren erste Wohnhäuser 1931 kurz nach der Eingemeindung gebaut wurden. Sie liegt auf sandigem Dünengelände am Rand der Autobahn A 656; die Straße Am Dünenrand endet direkt an der Autobahn. Zur Siedlung gehören außerdem Am Sandhang, Dünenhof (1951 benannt), Dünenweg, Spargelweg, Suebenstraße, Waldspitze, Zur Waldau und der 2,46 Kilometer lange Holzweg zwischen Heckweg und Friedrichsfelder Weg. Die Suebenheimer Allee im Stadtteil Seckenheim führt hinüber. Im Straßenverzeichnis der Stadt wird Suebenheim als eigene Ortslage mit neun Straßen geführt, auch wenn es statistisch zum Stadtteil Seckenheim zählt. Wer Mannheim Suebenheim sucht, meint in der Regel diese Siedlung.
Hochstätt
Hochstätt ist seit 2020 eigener Stadtteil und liegt in landwirtschaftlicher Umgebung zwischen der A 656 und dem Rangierbahnhof Mannheim, südlich des Autobahnkreuzes Mannheim und unweit der A 6. Die westliche Grenze bildet die B 38a. Der Name leitet sich wohl von hohe Stätte oder hohes Ufer ab, denn der Neckar floss früher an der Hochstätt vorbei. Schon in der Steinzeit und in römischer Zeit war der Platz besiedelt, danach lag die Gegend zwei Jahrhunderte lang brach. 1876 entstand an der Bahnstrecke die Station, die 1880 gerade 20 Einwohner hatte. Nach 1900 baute man Wohnungen für Bahnangestellte, in den 1960er Jahren wuchs der Stadtteil durch drei- bis viergeschossige Mietshäuser vor allem der GBG rasant.
Hochstätt ist ein traditionelles Arbeiterviertel mit vergleichsweise junger Bevölkerung: In 36 Prozent der Haushalte leben Kinder, und 2016 wohnten hier Menschen aus 66 Nationen. Nach dem Sozialatlas der Stadt bezogen 2017 rund 31,5 Prozent der Bevölkerung Leistungen der Mindestsicherung. Die Straßen heißen Hochstättstraße (seit 1975, zuvor schlicht Hochstätt), Rohrlachstraße, Riestenweg und Wasengrund. Ganz im Westen des Stadtteils, an der B 38a und angrenzend an Neuhermsheim, steht die SAP Arena. Im Fußball ist Hochstätt durch den 1993 gegründeten FC Hochstätt Türkspor vertreten.
Neubaugebiete im Westen und Süden
Ab 1980 erschloss die Stadt im Westen und Süden Seckenheims Neubaugebiete. Dort liegen die Straßen mit Namen aus dem Schwarzwald und vom Kaiserstuhl, etwa der Triberger Ring, der Gutacher Ring, der Kaiserstuhlring oder der Baiersbronner Winkel. Die Bösfeld-Wege I bis V erschließen die Feldflur.
Sehenswürdigkeiten und Freizeit
Wasserturm, Schloss, Altes Rathaus und der Neckar sind die vier Anziehungspunkte des Bezirks, dazu kommen die Pferderennbahn und die Bertha Benz Memorial Route.
Der denkmalgeschützte Wasserturm von 1911 trägt im Volksmund den Namen Glatzkopp. Die Firma Lochbühler betreibt darin das Aufzugmuseum, das die Geschichte des Unternehmens und der Aufzugstechnik zeigt; der Turm dient außerdem als Tagungs- und Veranstaltungsort. Das Alte Rathaus von 1718 beherbergt die Stadtteilbibliothek. Das Schloss von 1768 mit dem Park am Neckar ist das bedeutendste Baudenkmal des Ortes. Weitere Ausflugsziele in ganz Mannheim listet die Seite Sehenswürdigkeiten.
Seckenheim liegt an der Bertha Benz Memorial Route, die die Strecke der ersten automobilen Fernfahrt der Geschichte von Mannheim nach Pforzheim nachzeichnet. Südlich des Ortes, zwischen der A 656 und dem Rangierbahnhof, liegt die große Pferderennbahn, auf der der Badische Rennverein regelmäßig Galopprennen veranstaltet; der Turfweg führt dorthin. Das Hallenbad in Seckenheim ist fast ausschließlich dem Schul- und Vereinsschwimmen vorbehalten; öffentliche Bäder in der ganzen Stadt finden Sie unter Schwimmbäder in Mannheim. Am Neckar laden Damm, Wiesen und die Bogenbrücke von 1927 nach Ilvesheim zu Spaziergängen und Radtouren ein.
Verkehr und Anbindung
Seckenheim ist mit Stadtbahn, S-Bahn, Bus und über die A 656 angebunden; alle Verbindungen gehören zum Verkehrsverbund Rhein-Neckar.
Durch den Ort führt auf der Trasse der ehemaligen Oberrheinischen Eisenbahn die Stadtbahnlinie 5 der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) mit direkten Verbindungen in die Innenstädte von Mannheim und Heidelberg. Im Stadtteil Hochstätt liegt der Bahnhof Mannheim-Seckenheim, an dem die S-Bahn Rhein-Neckar und Züge von DB Regio schnelle Verbindungen nach Mannheim, Heidelberg und ins weitere Umland bieten. In die umliegenden Orte bestehen außerdem Busverbindungen.
Für den Autoverkehr hat Seckenheim bereits seit 1935 einen eigenen Anschluss an die heutige A 656 zwischen Mannheim und Heidelberg. Die Seckenheimer Hauptstraße ist als Landesstraße die Ortsdurchfahrt, die B 38a begrenzt Hochstätt im Westen, und das Autobahnkreuz Mannheim mit der A 6 liegt direkt nördlich von Hochstätt. Über die Neckarbrücke gelangen Sie nach Ilvesheim.
Einkaufen und Alltag
Der Alltag in Seckenheim spielt sich entlang der Seckenheimer Hauptstraße ab, wo Geschäfte, Bibliothek und Gemeindesekretariat liegen.
Die Filiale der Stadtbibliothek im Alten Rathaus, das Gemeindesekretariat für Verwaltungsangelegenheiten und der Bezirksbeirat mit zwölf Mitgliedern machen den Bezirk im Alltag eigenständig. Wer Filialen in der Nähe sucht, findet sie in der Übersicht der Banken in Mannheim. Für Besucher, die etwa zu Galopprennen oder zu Veranstaltungen im Wasserturm kommen, zeigt die Seite Hotels Übernachtungsmöglichkeiten im Bezirk und in der Umgebung. Für Großeinkäufe und Kultur ist die Innenstadt mit der Stadtbahnlinie 5 in kurzer Zeit erreichbar; die benachbarten Bezirke Rheinau und Friedrichsfeld ergänzen das Angebot im Süden und Osten.