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Ortskern von Mannheim-Käfertal

Stadtbezirk 12 · äußerer Bezirk

Käfertal: Mannheims Stadtbezirk im Nordosten

Käfertal ist ein äußerer Stadtbezirk im Nordosten Mannheims mit den fünf Stadtteilen Käfertal-Mitte, Speckweggebiet, Sonnenschein, Franklin und Käfertal-Süd. Mit 33.957 Einwohnern ist er nach Neckarstadt-Ost der zweitgrößte Bezirk der Stadt. Ihn prägen ein klassizistischer Ortskern, das ABB-Werk, der Käfertaler Wald und die beiden Konversionsflächen Franklin und Spinelli.

33.957 Einwohner PLZ 68309 5 Stadtteile

Foto: Conan174 · CC BY-SA 3.0

Lage und Gliederung

Käfertal liegt im Nordosten Mannheims und ist einer der elf äußeren Stadtbezirke der Stadt. Er umfasst seit 2020 die fünf Stadtteile Käfertal-Mitte, Speckweggebiet, Sonnenschein, Franklin und Käfertal-Süd, trägt die Postleitzahl 68309 und zählte am 31. Dezember 2024 genau 33.957 Einwohner mit Hauptwohnung.

Damit ist Käfertal nach Neckarstadt-Ost der zweitgrößte der 17 Mannheimer Stadtbezirke. Gut jeder zehnte der 328.647 Mannheimer wohnt hier. Eine amtliche Flächenangabe für den Bezirk in der Gliederung von 2020 liegt nicht vor.

Angrenzende Stadtbezirke sind Vogelstang im Osten, Feudenheim im Süden, Neckarstadt-Ost mit dem Stadtteil Wohlgelegen im Südwesten und Waldhof im Westen. Im Nordosten stößt Käfertal an die hessische Stadt Viernheim im Landkreis Bergstraße. Im Norden liegt der Käfertaler Wald, dessen Landschaftsschutzgebiet bis an die Landesgrenze zu Hessen reicht.

Eine Übersicht aller 17 Bezirke und 38 Stadtteile finden Sie im Stadtteil-Hub.

Geschichte in Kürze

Käfertal ist ein altes Dorf am Rand des Kiefernwaldes, das 1897 nach Mannheim eingemeindet wurde und im 20. Jahrhundert durch Industrie, US-Militär und Konversion sein heutiges Gesicht bekam.

Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1175, als der Wormser Bischof dem Kloster Lorsch eine Schenkung machte. Am 30. April 1227 taucht der Ort als Keverndal in einer Urkunde des Pfalzgrafen Ludwig I. für das Kloster Schönau auf. Der Name geht auf Keverendale zurück, das Tal der Kiefern, und beschreibt die Lage am Waldrand. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde Käfertal kurpfälzisch, 1689 zerstörten französische Truppen das Dorf im Pfälzischen Erbfolgekrieg. 1784 zählte man 484 Einwohner, 1803 kam Käfertal zu Baden.

Mit der Industrialisierung kamen Fabrikarbeiter in das bis dahin bäuerlich geprägte Dorf. 1882 tauschte Käfertal Gemarkungsflächen mit Mannheim: Der Luzenberg ging an die Stadt, dafür erhielt Käfertal die Felder nördlich des Speckwegs. 1884 durfte Mannheim im Käfertaler Wald ein Wasserwerk bauen. Ab 1887 hielt am Bahnhof Mannheim-Käfertal die schmalspurige Bahn nach Weinheim, die später zur Oberrheinischen Eisenbahn-Gesellschaft (OEG) gehörte und ab 1909 eine Zweigstrecke über Wallstadt nach Heddesheim betrieb. 1897 wurde Käfertal eingemeindet, 1900 gründete Brown, Boveri und Cie. (BBC) ihre deutsche Tochter und errichtete auf rund 85.000 Quadratmetern eine Fabrik für Turbinen, Generatoren, Motoren und Lokomotiven.

Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden Siedlungshäuser in Käfertal-Süd, viele davon bis heute auf Grundstücken mit städtischem Erbbaurecht. Am 28. März 1945 handelte die Telefonistin Gretje Ahlrichs über eine intakte Leitung zum Wasserwerk Käfertal mit den dort stehenden Amerikanern eine Feuerpause aus, die den Weg zur Kapitulation Mannheims freimachte. Danach blieb die US-Armee mit dem Benjamin-Franklin-Village und mehreren Kasernen bis zum Abzug zwischen 2007 und 2014. In den 1990er Jahren entstand mit dem Rott ein eigenständiges Wohngebiet, 2019 erklärte der Gemeinderat Franklin zum 38. Stadtteil.

Charakter und Wohnen

Käfertal ist ein Bezirk der Gegensätze: ein klassizistischer Dorfkern, Siedlungen des 20. Jahrhunderts, ein großes Industriewerk und mit Franklin eines der größten Neubaugebiete der Region.

Rund um die Mannheimer Straße bewahrt der alte Ortskern seinen Charakter mit Rathaus, Kirchen und Geschäften. Südlich davon liegen die Siedlungsgebiete von Käfertal-Süd, in denen viele Häuser aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg stehen. Das Speckweggebiet und Sonnenschein grenzen an den Waldhof und das ABB-Werk, das heute rund 2.200 Mitarbeiter beschäftigt und von hier aus das Deutschlandgeschäft des Konzerns steuert.

Ganz anders wirkt Franklin im Nordosten: ein junger Stadtteil mit einem Durchschnittsalter von 30,8 Jahren, in dem Geschosswohnungsbau, Reihenhäuser, sanierte amerikanische Doppelhäuser und Hochhäuser nebeneinander stehen. Wer in Käfertal wohnt, hat den Käfertaler Wald und den Spinelli-Park in Reichweite, dazu Stadtbahn und Regionalbahn in die Innenstadt.

Käfertal gilt zudem als Fastnachtshochburg, und das Käfertaler Straßenfest zählt zu den älteren Festen dieser Art in der Region.

Quartiere und Ortslagen

Die fünf Stadtteile und ihre bekannten Ortslagen im Überblick, vom alten Kern bis zur Konversionsfläche.

Alter Ortskern und Käfertal-Mitte

Der historische Kern rund um Mannheimer Straße, Kirchplatz und Stempelpark ist das Zentrum des Bezirks. Hier stehen das Rathaus von 1818/1819, die katholische Pfarrkirche St. Laurentius von 1834/1835 und die evangelische Unionskirche, alle im badischen Klassizismus des Baumeisters Friedrich Weinbrenner. Die Mannheimer Straße ist Haupteinkaufsstraße mit Geschäften, Banken, Gastronomie und dem Kulturhaus.

Speckweggebiet und Sonnenschein

Beide Stadtteile liegen im Westen des Bezirks in Richtung Waldhof. Der Speckweg selbst ist im Straßenverzeichnis dem Waldhof zugeordnet, die Felder nördlich davon kamen 1882 durch den Gemarkungstausch zu Käfertal. Sonnenschein ist zugleich ein Straßenname in Käfertal.

Franklin

Franklin entsteht seit 2016 auf 144,3 Hektar des ehemaligen Benjamin-Franklin-Village, der Offizierssiedlung und der Kasernen Sullivan und Funari. Der neue Stadtteil ist für rund 10.000 Menschen geplant und gliedert sich in fünf Quartiere: Franklin Mitte als Zentrum mit Geschosswohnungsbau, Reihenhäusern, einem Supermarkt und einer Sportanlage, Funari im Südwesten mit Studentenwohnheim, Seniorenwohnen, Franklin-Klinik und Ganztagsschule, die Offizierssiedlung im Nordwesten mit sanierten Doppelhaushälften, Sullivan direkt am Käfertaler Wald sowie Columbus als Standort für großflächigen Einzelhandel und Gewerbe an der B 38 gegenüber der Vogelstang.

Besonderheit sind die Hochhäuser in Buchstabenform, die zusammen das Wort HOME ergeben sollen. Das E wurde 2023 fertig, das H mit 122 Mietwohnungen, Gewerbe und Kita 2024, das O mit blauer Fassade folgt, für das M wird ein Baubeginn 2027 erwartet. Die Straßennamen erinnern an die amerikanische Zeit: Die Thomas-Jefferson-Straße, 2016 vom Gemeinderat so benannt, hieß bis dahin Jefferson Street und verbindet Wasserwerkstraße und George-Sullivan-Ring. Weitere Beispiele sind die Abraham-Lincoln-Allee, die George-Washington-Straße und der Benjamin-Franklin-Platz. Mehr dazu im Straßenlexikon.

Käfertal-Süd und Im Rott

Käfertal-Süd ist der südliche Stadtteil des Bezirks mit den Siedlungshäusern der 1920er Jahre. In den 1990er Jahren kam mit dem Rott ein eigenes Wohngebiet hinzu. Die Straße Im Rott beginnt an der Koblenzer Straße, ist rund 1,1 Kilometer lang und wurde 1993 nach einer Flurbezeichnung benannt. Das Quartier hat eine eigene Stadtbahnhaltestelle und liegt zwischen Käfertal-Mitte, dem Spinelli-Park und der Vogelstang. Alle Details finden Sie auf der Seite Im Rott.

Spinelli und Spinelli-Park

Die früheren Spinelli Barracks südlich von Im Rott waren mit rund 80 Hektar die zweitgrößte Entwicklungsfläche für Wohnungsbau in Mannheim und halb so groß wie Franklin. Die Stadt führt das Vorhaben unter dem Titel Städtebau Käfertal Süd / Im Rott. Auf dem Gelände fand 2023 die Bundesgartenschau statt; danach blieben Spinelli-Park, Sport- und Bewegungspark, U-Halle und der 81 Meter lange Panoramasteg mit Blick in die Feudenheimer Au erhalten, ein Teil der Fläche wird mit Wohnhäusern bebaut.

Spreewaldallee und Kurpfalz-Center

An der Grenze zwischen Käfertal und Vogelstang verläuft die Spreewaldallee, eine 1,34 Kilometer lange Hauptverkehrsstraße zwischen Magdeburger Straße und Havellandstraße. Nach dem Straßenverzeichnis gehört sie zum Bezirk Vogelstang. Das Kurpfalz-Center an der Spreewaldallee ist das Einkaufszentrum für beide Bezirke und wird auch von Käfertal aus als Nahversorgungsstandort genutzt.

Sehenswürdigkeiten und Freizeit

Der Käfertaler Wald, der Spinelli-Park und die Weinbrenner-Bauten im Ortskern sind die drei Anziehungspunkte des Bezirks.

Der Käfertaler Wald im Norden ist der größte Wald Mannheims. Das Landschaftsschutzgebiet umfasst 12,76 Quadratkilometer mit Kiefern- und Mischwald auf Dünen und Hochterrasse und steht seit 1975 unter Schutz. Am Karlstern gibt es Wildgehege, einen Vogelpark, einen Spielplatz, eine Minigolfanlage mit Bistro und ein Restaurant. Bereits ab etwa 1912 bestand dort eine Gaststätte mit Wildgehege, von 1936 bis 1956 sogar ein Tierpark mit Pumas, Löwen und Bären. Die Autobahn A 6 durchquert den Wald.

Im Ortskern lohnen die klassizistischen Bauten Rathaus, St. Laurentius und Unionskirche einen Blick; weitere Bauwerke der Stadt sind unter Historische Gebäude beschrieben. Das Kulturhaus im Stempelpark, 1967 eröffnet und nach dem Ökonomen Ludwig Stempel benannt, war in den 1980er Jahren Konzertort für Metallica (1984), Bon Jovi (1985), Die Toten Hosen und Slayer (beide 1987). In Franklin gastiert das Nationaltheater Mannheim in den Gebäuden des Alten Kinos.

Der Spinelli-Park mit Panoramasteg, Parkouranlage, Calisthenics und Disc-Golf ist Teil des über sieben Kilometer langen Grünzugs Nordost, eines Frischluftkorridors der Stadt. Weitere Ausflugsziele in ganz Mannheim listet die Seite Sehenswürdigkeiten.

Verkehr und Anbindung

Käfertal ist per Stadtbahn, Regionalbahn, Bus und über die B 38 sowie die A 6 angebunden.

Der Bahnhof Mannheim-Käfertal liegt an der Riedbahn zwischen Mannheim und Frankfurt; dort halten bisher nur wenige Regionalbahnen der Linie RB 62 am Nachmittag, mit dem Ausbau zur S-Bahn Rhein-Neckar soll ein Stundentakt kommen. Die Stadtbahnlinien 5, 5A und 15 der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) queren den Südosten des Bezirks. Am Bahnhof Mannheim-Käfertal RNV trennen sich die Linien 5 und 5A in Richtung Viernheim, Weinheim und Heidelberg beziehungsweise Heddesheim, die Linie 15 fährt bis Wallstadt Ost.

Franklin ist seit 2018 mit der E-Buslinie 67 an den Bahnhof Käfertal angebunden. Im Dezember 2023 nahm die neue Stadtbahnlinie 16 den Betrieb auf, die Franklin mit drei Haltestellen auf 1,8 Kilometern erschließt und vorerst an der Bensheimer Straße anbindet; eine Verlängerung in die Innenstadt ist geplant. Seit 2020 gibt es an der Nachbarschaftsoase der MVV Car- und Bike-Sharing. Buslinien verbinden den Bezirk zudem mit dem benachbarten Waldhof. Für den Autoverkehr sind die Bundesstraße 38 entlang Franklin und Vogelstang sowie die A 6 durch den Käfertaler Wald die wichtigsten Achsen.

Einkaufen und Alltag

Die Mannheimer Straße im Ortskern, das Kurpfalz-Center an der Spreewaldallee und die neuen Angebote in Franklin decken den Alltag ab.

Entlang der Mannheimer Straße reihen sich Geschäfte, Banken, Gastronomie und das Kulturhaus. In Franklin Mitte gibt es seit Dezember 2022 einen provisorischen Supermarkt, das Quartier Columbus an der B 38 ist für großflächigen Einzelhandel vorgesehen. Für den Großeinkauf bietet sich das Kurpfalz-Center an der Grenze zur Vogelstang an.

Als äußerer Stadtbezirk hat Käfertal ein Gemeindesekretariat für örtliche Verwaltungsaufgaben und einen Bezirksbeirat mit zwölf Mitgliedern. Zur Bildungs- und Gesundheitsinfrastruktur in Franklin gehören die Franklinschule als Ganztagsschule und die Franklin-Klinik. Wer Filialen in der Nähe sucht, findet sie in der Übersicht der Banken in Mannheim. Übernachtungsmöglichkeiten im Bezirk und in der Umgebung zeigt die Seite Hotels.

Übernachten

Hotels in Mannheim-Käfertal

Verfügbare Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen im Bezirk und in der Umgebung. Die Karte zeigt Preise und Verfügbarkeit für Ihr Reisedatum; alle Unterkünfte in der Stadt finden Sie unter Hotels in Mannheim.

Verfügbare Hotels in Mannheim-Käfertal

Standort

In der Nähe von Käfertal

Entfernungen zu Fuß von der Stadtmitte des Stadtteils

Luisenpark Luisenpark

Stadtpark · Natur & Erholung City park · Nature & relaxation

55 Min.

Wasserturm Water Tower

Wahrzeichen · Friedrichsplatz Landmark · Friedrichsplatz

56 Min.

Mannheimer Schloss Mannheim Palace

Barockschloss · Universität Baroque Palace · University

1h 4m

Hauptbahnhof Central Station

ICE · Regionalverkehr ICE · Regional trains

1h 4m

SAP Arena SAP Arena

Events · Konzerte · Eishockey Events · Concerts · Ice hockey

1h 21m

Häufige Fragen zu Käfertal

Welche Postleitzahl hat Käfertal?

Der Stadtbezirk Käfertal hat die Postleitzahl 68309. Dieselbe Postleitzahl gilt auch für den Nachbarbezirk Vogelstang, sodass die Suche nach Mannheim 68309 beide Bezirke meint.

Wie viele Einwohner hat Käfertal?

Am 31. Dezember 2024 lebten 33.957 Menschen mit Hauptwohnung in Käfertal. Damit ist Käfertal der zweitgrößte der 17 Mannheimer Stadtbezirke und beherbergt gut zehn Prozent der 328.647 Einwohner der Stadt.

Welche Stadtteile gehören zum Bezirk Käfertal?

Seit der Stadtteilgliederung vom 1. Januar 2020 besteht Käfertal aus fünf Stadtteilen: Käfertal-Mitte, Speckweggebiet, Sonnenschein, Franklin und Käfertal-Süd. Franklin wurde 2019 zum 38. Stadtteil Mannheims erklärt.

Was ist Franklin in Mannheim?

Franklin ist ein neuer Stadtteil auf dem 144,3 Hektar großen Gelände des früheren Benjamin-Franklin-Village und der Kasernen Sullivan und Funari. Seit Dezember 2017 wohnen dort Menschen, geplant ist ein Quartier für rund 10.000 Personen.

Wo liegt Im Rott in Mannheim?

Im Rott ist ein Wohngebiet im Stadtteil Käfertal-Süd, das in den 1990er Jahren gebaut wurde. Es liegt zwischen Käfertal-Mitte, dem Spinelli-Park und der Vogelstang und hat eine eigene Stadtbahnhaltestelle.

Wo war die Bundesgartenschau 2023 in Käfertal?

Die Bundesgartenschau 2023 fand vom 14. April bis 8. Oktober 2023 auf dem ehemaligen Spinelli-Kasernengelände zwischen Käfertal und Feudenheim sowie im Luisenpark statt. Ein Teil des Geländes bleibt als Spinelli-Park erhalten.