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Ortsbild von Mannheim-Friedrichsfeld

Stadtbezirk 11 · äußerer Bezirk

Friedrichsfeld: Mannheims östlichster Stadtbezirk mit Hugenottengeschichte

Friedrichsfeld ist der östlichste und mit 5.583 Einwohnern der kleinste Stadtbezirk Mannheims. Er besteht aus dem einzigen Stadtteil Friedrichsfeld, wurde 1682 von Hugenotten gegründet, bildet mit Neu-Edingen eine zusammenhängende Siedlung und ist seit 1846 ein Eisenbahnknoten zwischen Mannheim, Heidelberg und Frankfurt.

5.583 Einwohner PLZ 68229 7,01 km² 1 Stadtteil

Foto: Rudolf Stricker · Public domain

Lage und Gliederung

Der Stadtbezirk Friedrichsfeld liegt am östlichen Rand Mannheims und besteht aus dem einzigen Stadtteil Friedrichsfeld. Mit 5.583 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) auf 7,01 Quadratkilometern ist er der einwohnerschwächste der 17 Bezirke und trägt die amtliche Ordnungsziffer 11. Als einer der elf äußeren Stadtbezirke hat Friedrichsfeld ein eigenes Gemeindesekretariat und einen Bezirksbeirat aus dort wohnenden Bürgern.

Die Postleitzahl für den gesamten Bezirk lautet 68229. Friedrichsfeld liegt zwischen Seckenheim und Neckarhausen im Norden, Edingen und Heidelberg im Osten, Schwetzingen im Süden sowie Rheinau im Westen. Innerhalb Mannheims grenzt der Bezirk damit an Seckenheim und Rheinau. Eine Besonderheit ist die Grenze nach Osten: Friedrichsfeld bildet mit dem Ortsteil Neu-Edingen der Gemeinde Edingen-Neckarhausen eine geschlossene Siedlung, die Stadtgrenze ist nur an den Ortsschildern mitten im Ort zu finden. Südlich des Ortes gehört die Siedlung Alteichwald ebenfalls zum Bezirk.

Nach Westen in Richtung Rheinau und südlich der Alteichwald-Siedlung in Richtung Schwetzingen grenzt Friedrichsfeld an eine größere zusammenhängende Waldfläche aus Unterem Dossenwald, Bundeswald Hirschacker und Grenzhöfer Wald, die Mannheim mit Frischluft versorgt. Eine Übersicht aller 17 Bezirke und 38 Stadtteile finden Sie im Stadtteil-Hub.

Geschichte in Kürze

Friedrichsfeld wurde 1682 von Hugenotten gegründet, die aus religiösen Gründen aus Frankreich geflohen waren; die ersten Siedler stammten alle aus der Umgebung der Stadt Sedan. Sie kamen, wie im 16. Jahrhundert schon Flamen und Wallonen, in die Kurpfalz. Der Ortsname wurde nach Kurfürst Friedrich dem Siegreichen gewählt, der ungefähr auf der heutigen Gemarkung die Schlacht bei Seckenheim gewonnen hatte.

An die französische Herkunft erinnern bis heute Straßennamen wie Hugenottenstraße, Calvinstraße, Wallonenstraße und Flamländerstraße sowie die evangelische Kirche, die nach dem Reformator Johannes Calvin benannt ist. Die Nachbarn verspotteten den jungen Ort lange als Neudorf, woran die Neudorfstraße erinnert. Bekannt wurde Friedrichsfeld vor allem unter Eisenbahnern: Als die Main-Neckar-Eisenbahn-Gesellschaft 1846 die Strecke von Frankfurt nach Heidelberg eröffnete, entstand hier der Anschlussbahnhof zwischen Main-Neckar-Bahn und Badischer Hauptbahn, um Mannheim und Heidelberg gleich zu behandeln. Später wurden die Züge in Friedrichsfeld geflügelt, nach dem Motto Heidelberg vorne, Mannheim hinten. Die Mannheimer Fastnacht erinnert bis heute mit dem verdrehten Ausruf Mannem vonne daran.

Wegen der späten Gründung hatte Friedrichsfeld nur eine kleine Gemarkung aus Teilen von Seckenheim und Edingen. Die Zementfabrik von Julius Espenschied, später Steinzeugfabrik genannt, brachte zwar Zuzug, lag aber auf Seckenheimer Gebiet, das allein von den Steuern profitierte. Auch die Bahnanlagen über die Gemarkungsgrenze hinweg sorgten für Streit. 1898 versuchte Friedrichsfeld vergeblich, das Fabrikgelände einzugemeinden, 1924 folgte eine Denkschrift an die badische Regierung. Zwei Jahre später entschied die Regierung, Friedrichsfeld an Mannheim anzugliedern, und Mannheim verhandelte zugleich mit Seckenheim, um das Grenzproblem zu lösen. Am 1. Oktober 1930 wurden beide Orte eingemeindet. Edingen hatte gleichzeitig um Anschluss an Mannheim gebeten, wurde aber wegen der befürchteten Kosten für Kanalisation, Strom und Wasser in der Wirtschaftskrise abgelehnt und ist bis heute eigenständig. Die Steinzeugstraße und die Main-Neckar-Bahn-Straße halten diese Kapitel im Straßenbild fest.

Charakter und Wohnen

Friedrichsfeld ist ein dörflich geprägter Wohnort am Stadtrand mit eigener Grundschule, eigener Bibliothek und einem Vereinsleben, das stark von der Eisenbahn geprägt ist. Wer hier wohnt, lebt zwischen Wald, Bahnstrecken und Feldern und ist gleichzeitig in wenigen Minuten in Mannheim oder Heidelberg.

Das Ortsbild bestimmen zwei neugotische Kirchen aus der Zeit um 1900 und ein Straßennetz, das die Herkunft der Gründer spiegelt. Neben den Hugenotten-Namen tragen viele Straßen Namen elsässischer und lothringischer Orte, etwa Straßburger Ring, Kolmarer Straße, Hagenauer Straße, Mülhauser Straße, Zaberner Straße, Saarburger Ring oder Bischweilerring, dazu die Vogesenstraße und die Sundgauanlage. Andere Straßen sind nach Tieren des nahen Waldes benannt, darunter Rehpfad, Dachspfad, Fuchsfalle, Hirschgasse, Hasengasse und Keilerweg.

Zu den Persönlichkeiten des Bezirks gehört Ludwig Ratzel, der 1915 in Friedrichsfeld geboren wurde und von 1972 bis 1980 Oberbürgermeister von Mannheim war. Der Handballnationalspieler Uwe Gensheimer und die Kunstturnerin Elisabeth Seitz haben hier gewirkt. Die evangelische Gemeinde war von 2001 bis 2007 probeweise in die Mannheimer Kirchengemeinde eingegliedert und ist seit 2008 endgültig Teil der Evangelischen Kirche in Mannheim.

Quartiere und Ortslagen

Ortskern und Hugenottenviertel

Der alte Ortskern liegt um die Hugenottenstraße, die Calvinstraße und die Plätze Bürkleplatz, Bechererplatz und Dehoustplatz. Hier stehen die katholische Kirche St. Bonifatius, die zwischen 1897 und 1899 nach Plänen von Ludwig Maier im neugotischen Stil gebaut wurde, und die evangelische Johannes-Calvin-Kirche, die Hermann Behaghel drei Jahre später im selben Stil schuf. Im ehemaligen Rathausgebäude betreibt die Stadtbibliothek Mannheim eine Zweigstelle.

Bahnhofsumfeld und Steinzeug

Nördlich des Ortskerns liegen die Bahnanlagen mit dem Trennungsbahnhof Neu-Edingen/Mannheim-Friedrichsfeld an der Main-Neckar-Bahn. In der ehemaligen Fahrleitungsmeisterei in der Sulzer Straße 43 unterhält der Verein Historische Eisenbahn Mannheim mehrere Schienenfahrzeuge aus der Bundesbahnzeit, darunter das Einzelstück E 244 31 aus dem Jahr 1935 und eine Lok der Baureihe 218; weitere Rangier- und Kleinlokomotiven sowie Wagen werden aufgearbeitet, und im Vereinsheim ist eine große Modelleisenbahn der Spurweite H0 zu sehen. Etwa fünf Jahre lang stand hier auch die Dampflok 18 316, die heute hinter dem TECHNOSEUM in Mannheim steht. Der Langlachweg, seit 1965 so benannt, verbindet als Hauptverkehrsstraße die Steinzeugstraße mit dem Saarburger Ring und erschließt den Bereich der früheren Steinzeugfabrik.

Alteichwald

Südlich des Ortes liegt die Siedlung Alteichwald am Rand des Waldes in Richtung Schwetzingen. Sie gehört zum Bezirk, ist aber vom Ortskern abgesetzt. Werktags fahren zwei Fahrten der Buslinie 43 die Alteichwaldsiedlung an, ansonsten besteht Ruftaxibetrieb ab der Haltestelle Vogesenstraße.

Sehenswürdigkeiten und Freizeit

Die wichtigsten Anziehungspunkte sind die beiden neugotischen Kirchen St. Bonifatius und Johannes-Calvin-Kirche, die Fahrzeugsammlung der Historischen Eisenbahn Mannheim in der Sulzer Straße und die Wälder südlich und westlich des Ortes. Außerdem liegt Friedrichsfeld an der Bertha Benz Memorial Route, die an die erste Fernfahrt mit einem Automobil erinnert.

Für Spaziergänger und Radfahrer bieten Unterer Dossenwald, Bundeswald Hirschacker und Grenzhöfer Wald ein zusammenhängendes Waldgebiet bis nach Rheinau und Schwetzingen; der Grenzhofer Weg führt nach Osten in Richtung des Grenzhofs. Die Kirchen des Bezirks sind auch im Verzeichnis der historischen Gebäude aufgeführt, Ausflugsziele in ganz Mannheim zeigt die Übersicht der Sehenswürdigkeiten. Die Friedrichsfeldschule hat einen großen Schulgarten, der von der Aktion 72 Stunden ohne Kompromiss wieder hergerichtet wurde.

Verkehr und Anbindung

Friedrichsfeld ist für seine Größe ungewöhnlich gut an die Bahn angebunden: Am Haltepunkt Mannheim-Friedrichsfeld Süd an der in Ost-West-Richtung verlaufenden Strecke von Mannheim nach Basel halten die Linien S 1 bis S 4 der S-Bahn RheinNeckar. Der Trennungsbahnhof Neu-Edingen/Mannheim-Friedrichsfeld an der Strecke von Frankfurt nach Heidelberg wird von Zügen aus Mannheim in Richtung Bensheim und von Zügen aus Heidelberg in Richtung Frankfurt angefahren.

Im Busverkehr fahren die Linien 43 und 46 der Rhein-Neckar-Verkehr ab Seckenheim nach Friedrichsfeld. Die Linie 43 fährt ab der Haltestelle Vogesenstraße über Suebenheim zurück nach Seckenheim, die Linie 46 kommt aus Seckenheim und kehrt stündlich über Neckarhausen dorthin zurück. Im Spätverkehr wird eine kombinierte Linie 43/46 von Seckenheim über Suebenheim, Friedrichsfeld und Neckarhausen bedient. Friedrichsfeld gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Für den Autoverkehr verläuft im Norden die Bundesautobahn 656 zwischen Mannheim und Heidelberg mit der Anschlussstelle 4 Mannheim-Seckenheim. Die Neckarhauser Straße führt nach Osten in die Nachbargemeinde, der Langlachweg erschließt den Norden des Ortes. Die Herkunft aller Straßennamen des Bezirks erklärt das Straßenlexikon.

Einkaufen und Alltag

Für den täglichen Bedarf sorgen Geschäfte im Ortskern rund um Hugenottenstraße und Calvinstraße, größere Einkäufe erledigen viele Bewohner in Seckenheim, Schwetzingen oder Heidelberg. Die Friedrichsfeldschule ist die Grundschule des Bezirks; für die Grundschulkinder betreibt die Stadt Mannheim einen Hort mit Kernzeitbetreuung. Weiterführende Schulen liegen in den Nachbarbezirken.

Die Zweigstelle der Stadtbibliothek im ehemaligen Rathaus, die beiden Kirchengemeinden und die Vereine bilden das soziale Netz des Ortes. Bankfilialen in der Umgebung listet die Seite Banken in Mannheim. Termine für Trödel- und Krammärkte finden Sie unter Flohmärkte in Mannheim, Übernachtungsmöglichkeiten zwischen Mannheim und Heidelberg in der Übersicht der Hotels.

Übernachten

Hotels in Mannheim-Friedrichsfeld

Verfügbare Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen im Bezirk und in der Umgebung. Die Karte zeigt Preise und Verfügbarkeit für Ihr Reisedatum; alle Unterkünfte in der Stadt finden Sie unter Hotels in Mannheim.

Verfügbare Hotels in Mannheim-Friedrichsfeld

Standort

In der Nähe von Friedrichsfeld

Entfernungen zu Fuß von der Stadtmitte des Stadtteils

SAP Arena SAP Arena

Events · Konzerte · Eishockey Events · Concerts · Ice hockey

44 Min.

Luisenpark Luisenpark

Stadtpark · Natur & Erholung City park · Nature & relaxation

57 Min.

Wasserturm Water Tower

Wahrzeichen · Friedrichsplatz Landmark · Friedrichsplatz

1h 23m

Hauptbahnhof Central Station

ICE · Regionalverkehr ICE · Regional trains

1h 26m

Mannheimer Schloss Mannheim Palace

Barockschloss · Universität Baroque Palace · University

1h 36m

Straßenlexikon

Straßen in Friedrichsfeld

64 Straßen und Plätze des Bezirks stehen im Mannheimer Straßenlexikon, mit Herkunft des Namens, Benennungsjahr, Anfang und Ende. Eine Auswahl:

Häufige Fragen zu Friedrichsfeld

Welche Postleitzahl hat Friedrichsfeld in Mannheim?

Der Stadtbezirk Friedrichsfeld hat die Postleitzahl 68229. Sie gilt für den gesamten Bezirk einschließlich der Alteichwald-Siedlung.

Wie viele Einwohner hat Friedrichsfeld?

Zum 31. Dezember 2024 lebten 5.583 Menschen mit Hauptwohnung im Stadtbezirk Friedrichsfeld. Damit ist er der einwohnerschwächste der 17 Mannheimer Bezirke. Die Fläche beträgt 7,01 Quadratkilometer.

Wo liegt Friedrichsfeld?

Friedrichsfeld liegt am östlichen Rand Mannheims zwischen Seckenheim und Neckarhausen im Norden, Edingen und Heidelberg im Osten, Schwetzingen im Süden und Rheinau im Westen. Mit Neu-Edingen bildet es eine geschlossene Siedlung, die Stadtgrenze ist nur an den Ortsschildern mitten im Ort zu erkennen.

Seit wann gehört Friedrichsfeld zu Mannheim?

Friedrichsfeld wurde am 1. Oktober 1930 zusammen mit Seckenheim nach Mannheim eingemeindet. Der Ort war 1682 von Hugenotten aus der Umgebung von Sedan gegründet worden.

Wie ist Friedrichsfeld an Bahn und Bus angebunden?

Am Haltepunkt Mannheim-Friedrichsfeld Süd halten die S-Bahn-Linien S 1 bis S 4. Der Bahnhof Neu-Edingen/Mannheim-Friedrichsfeld an der Main-Neckar-Bahn wird von Zügen zwischen Mannheim, Bensheim, Heidelberg und Frankfurt bedient. Die Buslinien 43 und 46 fahren ab Seckenheim nach Friedrichsfeld.