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Der Rheinauhafen im Süden Mannheims

Stadtbezirk 17 · äußerer Bezirk

Rheinau: Mannheims südlichster Stadtbezirk mit See, Hafen und Pfingstberg

Rheinau ist der südlichste Stadtbezirk Mannheims zwischen Rhein und Autobahn A 6 an der Grenze zu Brühl. Er besteht seit 2020 aus den vier Stadtteilen Casterfeld, Pfingstberg, Rheinau-Mitte und Rheinau-Süd, zählt 25.317 Einwohner und wird vom Rheinauhafen, dem Rheinauer See und der Eisenbahnersiedlung Pfingstberg geprägt.

25.317 Einwohner PLZ 68219 15,28 km² 4 Stadtteile

Foto: Hubert Berberich (HubiB) · CC BY 3.0

Lage und Gliederung

Der Stadtbezirk Rheinau liegt ganz im Süden Mannheims, westlich der Autobahn A 6, und besteht aus den vier Stadtteilen Casterfeld, Pfingstberg, Rheinau-Mitte und Rheinau-Süd. Mit 25.317 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) auf 15,28 Quadratkilometern ist er nach der Fläche der zweitgrößte Bezirk der Stadt und trägt die amtliche Ordnungsziffer 17. Bis zur Neugliederung der Mannheimer Stadtteile 2020 bestand der Bezirk nur aus dem einen, gleichnamigen Stadtteil.

Die Postleitzahl für den gesamten Bezirk lautet 68219. Im Norden grenzt Rheinau an den Stadtteil Neckarau im Bezirk Neckarau, im Osten an Hochstätt und Seckenheim im Bezirk Seckenheim sowie an den Bezirk Friedrichsfeld. Im Süden schließt Brühl mit dem Ortsteil Rohrhof an, das bereits zum Rhein-Neckar-Kreis gehört. Im Westen bildet der Rhein die Grenze zur rheinland-pfälzischen Gemeinde Altrip.

Als einer der elf äußeren Stadtbezirke hat Rheinau ein Gemeindesekretariat für örtliche Verwaltungsaufgaben und einen Bezirksbeirat mit zwölf Mitgliedern. Eine Übersicht aller 17 Bezirke und 38 Stadtteile finden Sie im Stadtteil-Hub.

Geschichte in Kürze

Rheinau ist ein junger Ort, der erst mit der Industrialisierung nach 1860 entstand und seinen Namen von einer chemischen Fabrik erhielt. Vorher zog nur die um 1750 gebaute Chaussee nach Schwetzingen durch das Gebiet: Sie führte vom Mannheimer Schloss an Neckarau vorbei schnurgerade zum Schwetzinger Schloss, der Sommerresidenz des Kurfürsten.

Um auf halbem Weg die Kutschpferde wechseln zu können, wurde nahe dem heutigen Karlsplatz ein Relaishaus errichtet. Dieses Relaishaus hat einen festen Platz in der Technikgeschichte: 1817 fuhr Karl Freiherr von Drais mit seiner zweirädrigen Laufmaschine von der Mannheimer Innenstadt hierher und zurück, um seine Erfindung zu testen, aus der sich das Fahrrad entwickelte. 1774 baute Georg Freiherr von Stengel unweit davon den Stengelhof, an den die Stengelhofstraße erinnert.

1860 wurde eine Ziegelei gebaut, mit der die Industrialisierung begann. 1870 folgte die Rheintalbahn zwischen Mannheim und Karlsruhe, an der sich die Chemische Fabrik Rheinau ansiedelte, aus der das heutige Unternehmen TIB Chemicals hervorging. Sie gab dem Ort den Namen, und um sie herum entstanden die ersten Arbeiterhäuser. 1896 begann die Hafenbaugesellschaft Rheinau GmbH mit dem Ausbau eines Altrheinarms zum ersten Hafenbecken; das turmartige Pegelhäuschen aus dieser Zeit ist bis heute erhalten. Mit dem Hafen wuchs die Siedlung um 1900 rasch. Bis 1913 war Rheinau ein Nebenort von Seckenheim, dann wurde es nach Mannheim eingemeindet. Ab 1920 entstand der Pfingstberg als Eisenbahnersiedlung. Rheinau-Süd wurde in den 1930er Jahren als Werkssiedlung der IG Farben auf Brühler Gemarkung gegründet, 1944 nach Mannheim eingemeindet und in den 1980er Jahren planmäßig mit Einfamilienhäusern erweitert.

Charakter und Wohnen

Rheinau ist ein Bezirk mit dörflich geprägten Siedlungen im Grünen, einem großen Binnenhafen und viel Wald und Wasser, der wegen seiner Lage am südlichen Stadtrand eher nach Brühl und Schwetzingen als in die Innenstadt schaut. Wer hier wohnt, schätzt Einfamilienhaussiedlungen, den Rheinauer See und die Nähe zum Dossenwald.

Das Vereinsleben ist ausgeprägt: Über 60 Vereine sind im Bezirk aktiv, ihre Dachorganisation und zugleich der zentrale Bürgerverein ist der 1957 gegründete Gemeinnützige Verein Mannheim-Rheinau. Die Geschichte von Rheinau und Pfingstberg erforscht und archiviert der 1982 gegründete Heimatverein Rheinau/Pfingstberg. Familien finden 15 Kindertagesstätten und sieben Schulen vor.

Wirtschaftlich stehen Hafen und Energie im Vordergrund. Der Rheinauhafen mit inzwischen vier Hafenbecken ist Teil des Mannheimer Hafens und liegt südlich der Bahntrasse. Seit Mitte der 1920er Jahre betreibt RWE in Rheinau ein großes Umspannwerk, das mit dem Bau der Nord-Süd-Leitung entstand. Wegen der günstigen Lage im Netz wurde Rheinau schon damals zum Sitz der Forschungsgemeinschaft für elektrische Anlagen und Stromwirtschaft (FGH), die Komponenten der Hochspannungstechnik weiterentwickelt und westlich des Umspannwerks ein eigenes Hochspannungsprüffeld besitzt. Straßennamen wie Antwerpener Straße, Rotterdamer Straße, Ruhrorter Straße oder Duisburger Straße verweisen auf die Handelspartner des Hafens, während Relaisstraße, Stengelhofstraße und Karlsplatz die Anfänge des Ortes an der Schwetzinger Chaussee bewahren.

Quartiere und Ortslagen

Rheinau-Mitte

Rheinau-Mitte ist der historische Kern des Bezirks rund um Karlsplatz, Relaisstraße und Bahnhof. Die Relaisstraße, bis 1913 Schwetzinger Straße genannt, folgt der alten Chaussee vom Karlsplatz bis zum Hallenbuckel und ist als Ortsdurchfahrt einer Landesstraße die Hauptachse des Stadtteils. Hier steht das Alte Relaishaus, das zwischen 1768 und 1771 als Wohnhaus mit dem Namen Kießler-Hof an der damals neuen Chaussee errichtet, im 19. Jahrhundert als Gaststätte genutzt und ab etwa 1870 Altes Relaishaus genannt wurde. Am 21. Oktober 2015 wurde es durch Brandstiftung teilweise zerstört, vor allem der in den 1980er Jahren erneuerte Dachstuhl und das Innere; das Landesdenkmalamt hält trotzdem an der Denkmaleigenschaft fest. In Rheinau-Mitte liegen außerdem die Straßen um den Marktplatz und die Sporwörthstraße sowie die Kirchengemeinde St. Antonius, in der der spätere Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch als Vikar tätig war.

Casterfeld

Casterfeld ist der nördliche Stadtteil des Bezirks und grenzt direkt an Neckarau. Der Name ist eine alte Flurbezeichnung, die auch der Casterfeldstraße ihren Namen gab: Sie führt seit 1913 als Ortsdurchfahrt der Bundesstraße von der Neckarauer Friedrichstraße bis zum Karlsplatz und verbindet damit den Nachbarbezirk mit dem Rheinauer Zentrum. Bis zur Neugliederung 2020 war Casterfeld ein statistischer Bezirk innerhalb des Stadtteils Rheinau, seither ist es ein eigener Stadtteil.

Pfingstberg

Der Pfingstberg entstand ab 1920 als Eisenbahnersiedlung. Die Häuser wurden von Mitarbeitern der damaligen Reichsbahn in den 1920er Jahren selbst gebaut und nach Fertigstellung verlost, damit niemand beim Bau des eigenen Hauses eine bessere Qualität anstrebte als bei den anderen. Straßen wie Pfingstbergstraße, Pfingstbergplatz, Am Waldrand oder Waldblick beschreiben die Lage der Siedlung am Wald.

Überregional bekannt ist der Pfingstberg für seine Kirchen. Die katholische Kirche St. Theresia vom Kinde Jesu in der Herbststraße wurde 1959 begonnen und 1961 fertiggestellt; der Baedeker nannte sie in seinem Mannheim-Band eine der schönsten Kirchen Deutschlands, und bei einer Wanderausstellung des Auswärtigen Amts in den USA zum modernen deutschen Kirchenbau war sie eines von nur vier gezeigten Objekten. Die evangelische Pfingstbergkirche von 1933 wurde 1944 zerstört und 1962/63 nach Plänen von Carlfried Mutschler vollständig aus Glas und Beton neu gebaut, sodass man von innen den Eindruck hat, im umgebenden Wald zu stehen. Auf dem Marktplatz im Herzen der Siedlung steht der Flügelrad-Brunnen, den die Bürger 1992/93 im Rahmen der Marktplatz-Initiative Pfingstberg selbst konzipierten und mitfinanzierten. Die Gestaltung stammt von der Mannheimer Künstlerin Maritta Kaltenborn: ein Bassin aus Granit mit drei Metern Durchmesser, dessen Ränder an Lokschuppen erinnern, und darauf ein bronzenes Flügelrad als Symbol der Eisenbahn. Nördlich des Pfingstbergs verläuft der 5.360 Meter lange Pfingstbergtunnel der Schnellfahrstrecke Mannheim nach Stuttgart; sein Nordportal liegt beim Pfingstbergweiher, das Südportal bei Brühl.

Rheinau-Süd

Rheinau-Süd wurde in den 1930er Jahren als Siedlung der IG Farben auf Gemarkung des Brühler Ortsteils Rohrhof gegründet und kam 1944 zu Mannheim. In den 1980er Jahren wurde der Stadtteil planmäßig mit Einfamilienhäusern stark vergrößert. Hier liegt der Rheinauer See, zu dem die 1981 benannte Straße Am Rheinauer See von der Rohrhofer Straße führt, sowie die Vereinsanlage des Sportclubs Rot-Weiß Rheinau am Seeufer. Rohrhofer Straße und Brühler Ring markieren die Nähe zur Nachbargemeinde, deren Ortsteil Rohrhof unmittelbar anschließt.

Rheinauhafen

Südlich der Bahntrasse erstreckt sich der Rheinauhafen mit vier Hafenbecken, der 1896 mit dem Ausbau eines Altrheinarms begann und Teil des Mannheimer Hafens ist. Das turmartige Pegelhäuschen aus der Gründungszeit, an dem Schiffe auf dem Rhein den Wasserstand im Hafen ablesen konnten, steht bis heute. Der Weg mit dem Namen Rheinauhafen sowie Rhenaniastraße und Hallenstraße gehören zu diesem Teil des Bezirks.

Sehenswürdigkeiten und Freizeit

Die wichtigsten Ziele sind der Rheinauer See, das Alte Relaishaus, die beiden Kirchen und der Flügelrad-Brunnen auf dem Pfingstberg, das Pegelhäuschen im Rheinauhafen und die Wälder am östlichen Bezirksrand. Dazu kommt die Rheinfront gegenüber von Altrip.

Der Rheinauer See ist das Freizeitzentrum des Bezirks: Er bietet ein Schwimmbad, Angelzonen, einen Tauchbereich und eine Wasserskianlage, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Alle Bade- und Schwimmangebote der Stadt finden Sie auf der Seite Schwimmbäder in Mannheim. Nach Osten führen der Dossenwaldweg und der Edinger Riedweg als Waldwege in den Dossenwald, der sich bis nach Friedrichsfeld zieht.

Das Alte Relaishaus in Rheinau-Mitte, die Kirchen St. Theresia und Pfingstbergkirche sowie das Pegelhäuschen im Hafen sind Bauwerke, die auch im Verzeichnis der historischen Gebäude ihren Platz haben. Weitere Ausflugsziele in ganz Mannheim zeigt die Übersicht der Sehenswürdigkeiten. Aus dem Sport ist die TSG Rheinau zu nennen, bei der der spätere Nationalspieler Maurizio Gaudino aus Brühl spielte.

Verkehr und Anbindung

Rheinau wird von der Stadtbahnlinie 1 der RNV erschlossen, die von Schönau kommend den Bezirk durchfährt und am Bahnhof Mannheim-Rheinau an der Bahnstrecke von Mannheim nach Rastatt endet. Damit hat Rheinau sowohl einen Stadtbahn- als auch einen Bahnanschluss.

Für den Autoverkehr ist die vierspurige B 36 die Hauptachse mit drei Anschlussstellen im Bezirk; sie führt nach Norden über Neckarau in die Innenstadt und im Süden weiter zu den Autobahnen. Östlich des Bezirks verläuft die A 6. Innerhalb Rheinaus übernehmen Relaisstraße und Casterfeldstraße als Ortsdurchfahrten die Verbindung zwischen Neckarau, Karlsplatz und dem Süden; die Schwetzinger Landstraße führt in Richtung Schwetzingen. Eine Regionalbuslinie verbindet Mannheim über Neckarau und Rheinau mit Brühl, Ketsch und Schwetzingen. Die Herkunft aller Straßennamen des Bezirks erklärt das Straßenlexikon.

Einkaufen und Alltag

Der Alltag konzentriert sich in Rheinau-Mitte rund um Relaisstraße, Karlsplatz und Marktplatz, wo Geschäfte und die Haltestellen der Stadtbahn liegen. Die Siedlungen Pfingstberg und Rheinau-Süd haben jeweils eigene kleine Zentren um ihre Marktplätze.

Mit 15 Kindertagesstätten und sieben Schulen ist der Bezirk für Familien gut ausgestattet, das Vereinsleben mit über 60 Vereinen sorgt für Freizeitangebote vor Ort. Bankfilialen in der Umgebung listet die Seite Banken in Mannheim. Termine für Trödel- und Krammärkte finden Sie unter Flohmärkte in Mannheim, Übernachtungsmöglichkeiten im Süden der Stadt in der Übersicht der Hotels.

Übernachten

Hotels in Mannheim-Rheinau

Verfügbare Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen im Bezirk und in der Umgebung. Die Karte zeigt Preise und Verfügbarkeit für Ihr Reisedatum; alle Unterkünfte in der Stadt finden Sie unter Hotels in Mannheim.

Verfügbare Hotels in Mannheim-Rheinau

Standort

In der Nähe von Rheinau

Entfernungen zu Fuß von der Stadtmitte des Stadtteils

SAP Arena SAP Arena

Events · Konzerte · Eishockey Events · Concerts · Ice hockey

41 Min.

Luisenpark Luisenpark

Stadtpark · Natur & Erholung City park · Nature & relaxation

43 Min.

Hauptbahnhof Central Station

ICE · Regionalverkehr ICE · Regional trains

47 Min.

Wasserturm Water Tower

Wahrzeichen · Friedrichsplatz Landmark · Friedrichsplatz

54 Min.

Mannheimer Schloss Mannheim Palace

Barockschloss · Universität Baroque Palace · University

59 Min.

Straßenlexikon

Straßen in Rheinau

164 Straßen und Plätze des Bezirks stehen im Mannheimer Straßenlexikon, mit Herkunft des Namens, Benennungsjahr, Anfang und Ende. Eine Auswahl:

Häufige Fragen zu Rheinau

Welche Postleitzahl hat Rheinau in Mannheim?

Der gesamte Stadtbezirk Rheinau mit den Stadtteilen Casterfeld, Pfingstberg, Rheinau-Mitte und Rheinau-Süd hat die Postleitzahl 68219.

Wie viele Einwohner hat Rheinau?

Zum 31. Dezember 2024 lebten 25.317 Menschen mit Hauptwohnung im Stadtbezirk Rheinau. Mit 15,28 Quadratkilometern ist er nach Sandhofen der zweitgrößte Bezirk der Stadt nach Fläche.

Wo liegt Rheinau in Mannheim?

Rheinau liegt im Süden Mannheims westlich der A 6. Der Bezirk grenzt an Neckarau, an Hochstätt und Seckenheim sowie an Friedrichsfeld. Im Süden schließt Brühl-Rohrhof im Rhein-Neckar-Kreis an, im Westen bildet der Rhein die Grenze zu Altrip.

Seit wann gehört Rheinau zu Mannheim?

Rheinau war bis 1913 ein Nebenort von Seckenheim und wurde dann nach Mannheim eingemeindet. Rheinau-Süd entstand in den 1930er Jahren auf Brühler Gemarkung und kam 1944 zu Mannheim.

Was bietet der Rheinauer See?

Am Rheinauer See gibt es ein Schwimmbad, Angelzonen, einen Tauchbereich und eine Wasserskianlage. Die Straße Am Rheinauer See führt von der Rohrhofer Straße zum Ufer.

Wie ist Rheinau an den Nahverkehr angebunden?

Die Stadtbahnlinie 1 der RNV von Schönau nach Rheinau durchfährt den Bezirk bis zum Bahnhof Mannheim-Rheinau an der Bahnstrecke nach Rastatt. Die vierspurige B 36 hat drei Anschlussstellen in Rheinau.