Lage und Gliederung
Feudenheim liegt im Osten Mannheims am Neckar und ist einer der elf äußeren Stadtbezirke der Stadt. Der Bezirk mit der Ordnungsziffer 15 besteht nur aus dem Stadtteil Feudenheim, trägt die Postleitzahl 68259 und zählte am 31. Dezember 2024 genau 14.067 Einwohner mit Hauptwohnung auf 6,07 Quadratkilometern.
Damit gehört Feudenheim zu den kleineren der 17 Mannheimer Stadtbezirke, in denen zusammen 328.647 Menschen leben. Angrenzende Bezirke sind Wallstadt im Osten, Vogelstang im Nordosten, Käfertal im Norden, Neckarstadt-Ost mit dem Stadtteil Wohlgelegen im Westen und Neuostheim/Neuhermsheim jenseits des Neckars im Süden. Östlich liegt Ilvesheim, das zum Rhein-Neckar-Kreis gehört. Die Postleitzahl 68259 teilt sich Feudenheim mit Wallstadt.
Der Neckar bildet die Südgrenze des Bezirks. Zwischen Ortskern und Fluss liegen die Schleuse Feudenheim, das Naturschutzgebiet mit Maulbeerinsel und Wörthel sowie die Feudenheimer Au, ein Landschaftsschutzgebiet im Norden in Richtung Käfertal. Feudenheim liegt außerdem an der Bertha Benz Memorial Route. Eine Übersicht aller 17 Bezirke und 38 Stadtteile finden Sie im Stadtteil-Hub.
Geschichte in Kürze
Feudenheim ist ein 766 erstmals erwähntes Dorf am Neckar, das über Jahrhunderte von Fluss und Hochwasser geprägt wurde, sich im 19. Jahrhundert zur Stadt hin orientierte und 1910 nach Mannheim eingemeindet wurde.
Im Lorscher Codex erscheint der Ort 766 als Vitenheim, das Heim des Vito. Im 9. Jahrhundert gehörten Kirche und zwei Höfe zum Kloster Weißenburg, um 940 lag der Einfluss beim Hochstift Worms, vor 1200 kam Feudenheim an den Pfalzgrafen Konrad von Staufen. 1476 ist die Neckarfähre erstmals nachgewiesen. Im Gebiet des heutigen Aubuckels lag das Dorf Dornheim, das ebenfalls ab 766 im Lorscher Codex auftaucht, 1287 letztmals erwähnt wird und vermutlich durch das große Neckarhochwasser um 1278 unterging; um seine Gemarkung stritten Käfertal und Mannheim jahrhundertelang.
1615 verkürzte sich der Neckarbogen durch ein neues Flussbett durch die Au. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Feudenheim 1621 und 1639 zerstört, 1632 entstand das Gasthaus zum Ochsen, heute das älteste Gasthaus Mannheims. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg gingen 1689 mehr als 70 Gebäude verloren. 1784 verwüstete ein Jahrhunderthochwasser die tiefer gelegenen Teile des Dorfes, weil die zugefrorene Neckarmündung das Wasser staute; bis 1795 wurde der Fluss in sein heutiges Bett gelegt.
1803 kam Feudenheim mit der Kurpfalz an Baden. 1813 wurde die Synagoge eröffnet, die jüdische Gemeinde zählte 1852 insgesamt 120 Mitglieder. 1863 wurde der Ort dem Bezirksamt Mannheim zugeordnet. Das industriefreie Feudenheim wurde zum beliebten Wohnort für wohlhabende Mannheimer, aber auch für viele Arbeiter. 1874 entstand die Chaussee nach Mannheim, 1883/84 baute und eröffnete Martin Lutz und Cie. die erste Dampfstraßenbahn, 1889 wurde die Johanneskirche geweiht. 1905 verkaufte die Gemeinde 40 Hektar südlich des Neckars an die Süddeutsche Disconto-Gesellschaft; daraus entwickelte sich Neuostheim. 1906 war der Wasserturm fertig, 1910 folgte die Eingemeindung nach Mannheim, das 1914 die Straßenbahn elektrifizierte. In den 1920er Jahren wurden der Neckar kanalisiert und die Schleuse Feudenheim gebaut.
Am 10. November 1938 wurde die Synagoge zerstört, am 22. Oktober 1940 wurden die letzten 14 jüdischen Feudenheimer nach Gurs verschleppt. 1941 entstand der Hochbunker für 7.000 Menschen, einer der größten im Deutschen Reich. Den Krieg überstand der Ort weitgehend unversehrt, weshalb die US-Armee viele Wohnhäuser beschlagnahmte. Sie übernahm auch die 1938 gebaute Pionierkaserne, die 1948 nach dem Gefreiten Dominic Spinelli benannt wurde und bis zum Abzug 2014 als eines der wichtigsten Nachschubdepots der US-Armee in Europa diente. 1966 feierte Feudenheim sein 1200-jähriges Bestehen, 1972 wurde die Carlo-Schmid-Brücke über den Neckar gebaut, 1979 die Kulturhalle eröffnet, 1986 wurden Maulbeerinsel und Wörthel Naturschutzgebiet. 2023 fand auf dem Spinelli-Gelände die Bundesgartenschau statt.
Charakter und Wohnen
Feudenheim ist ein industriefreier, bürgerlicher Wohnort mit dörflichem Kern, viel Grün am Neckar und Wohngebieten aus mehreren Jahrzehnten, in dem Vereinsleben, Kerwe und Fasnacht eine große Rolle spielen.
Die Hauptstraße ist mit 1,52 Kilometern von der Pflugstraße bis zum Aubuckel die Achse des alten Ortes; an ihr liegen Rathaus, Gasthaus zum Ochsen und die meisten Geschäfte. Ringsum erinnern Straßennamen wie Pfalzstraße, Höhenstraße, Paulusbergstraße oder Weinbergstraße an die Zeit, als am Hang Wein wuchs. Nach der Eingemeindung 1910 bekamen viele Gassen neue Namen: Aus der Heggewannstraße wurde die Brunnenstraße, aus der Oberen Kirchbergstraße die Höhenstraße, aus der Weiherwegstraße die Weiherstraße. Alle Namen und Herkünfte finden Sie im Straßenlexikon.
Um den Kern legen sich Wohngebiete aus dem 20. Jahrhundert: die Straßen der 1930er Jahre am Sonnigen Hang und im Unteren Kirchfeld, das Dichterviertel der 1950er Jahre am Wingertsbuckel, die Siedlung an der Odenwaldstraße mit Straßen von 1960 und das Quartier am Carolus-Vocke-Ring, dessen Straßen 1982 benannt wurden. Wohnen in Feudenheim heißt Nähe zum Neckar, zur Feudenheimer Au und zum Spinelli-Park, kurze Wege in die Innenstadt und ein eigenes Angebot an Kindertagesstätten, Grundschule, Realschule und Gymnasium.
Als äußerer Stadtbezirk hat Feudenheim ein Gemeindesekretariat für örtliche Verwaltungsaufgaben und einen Bezirksbeirat mit zwölf Mitgliedern. Zum Jahreslauf gehören die Feidener Kerwe am dritten Oktoberwochenende, bei der die Hauptstraße zur Fußgängerzone mit Fahrgeschäften und drei Bühnen wird, das Bürgerfest und der Weihnachtsmarkt am Rathaus. Drei Fasnachtsvereine, die Frauenfasnacht Feudenheim, die Narrebloos Prinz Max und die Karnevalsgesellschaft Lallehaag, tragen Prunksitzungen aus und ziehen am Fasnachtsdienstag im Umzug durch den Ort.
Quartiere und Ortslagen
Feudenheim ist zwar nur ein Stadtteil, gliedert sich aber deutlich in Ortskern, Wingertsbuckel, die Wohngebiete am Neckar und die Flächen an Au und Spinelli.
Alter Ortskern
Der Kern zwischen Hauptstraße, Neckarstraße und Wallstadter Straße ist das Herz des Bezirks. Hier stehen die katholische Kirche St. Peter und Paul, das Gasthaus zum Ochsen von 1632, das Rathaus mit dem Wochenmarkt und der Martin-Lutz-Platz, 1989 nach dem Straßenbahnpionier und Ehrenbürger benannt. Die Neckarstraße führt von der Hauptstraße bis zur Landesstraße 538 an der Neckarfähre nach Ilvesheim. Der Jüdische Friedhof an der Scheffelstraße wurde 1858 angelegt und bis 1900 genutzt; 53 Grabsteine sind erhalten, der Friedhof ist geschütztes Kulturdenkmal.
Wingertsbuckel
Der Wingertsbuckel ist beides: eine 1,24 Kilometer lange Kreisstraße, die als Ortsdurchfahrt vom Aubuckel bis zur Landesstraße 597 in Richtung Wallstadt führt, und das Wohngebiet auf der Anhöhe im Norden Feudenheims. Der Name verbindet Wingert, das Pfälzer Wort für Weinberg, mit Buckel für Hügel. Rund um die Straße entstand in den 1950er Jahren ein Wohngebiet, dessen Straßen der Gemeinderat 1955 und 1959 nach Dichtern benannte: Andersenstraße, Brüder-Grimm-Straße, Hauffstraße, Mörikestraße, Hölderlinstraße und Adalbert-Stifter-Straße, dazu der Adolf-Damaschke-Ring vom Wingertsbuckel zum Aubuckel. Die Talstraße, bis 1962 Käfertaler Straße, verbindet die Hauptstraße mit dem Wingertsbuckel. Weiter nördlich führen Langgewannweg und Weiherweg in die Felder Richtung Käfertal und zum Wohngebiet Im Rott.
Am Neckar und an der Schleuse
Südlich des Ortskerns liegen die Wohngebiete an der Odenwaldstraße und am Carolus-Vocke-Ring sowie die Lauffener Straße, die seit 1979 zum Neckarkraftwerk führt. Die Straße Neckarplatt, 1929 benannt, verläuft von der Feudenheimer Straße bis zur Neckarschleuse; dort liegen die Schleuse Feudenheim aus den 1920er Jahren und das zugehörige Wasserkraftwerk. Der Bürgerpark mit dem Naturdenkmal Bell und einer Skateranlage ist die Grünanlage des Ortes; der Björn-Kommer-Weg und der Herbert-Gutfleisch-Weg wurden 2005 dort benannt. Am Neckar liegen die Maulbeerinsel und das Wörthel, die durch den Bau des Seitenkanals entstanden und 1986 zum Naturschutzgebiet erklärt wurden.
Feudenheimer Au und Spinelli
Nördlich des Ortes erstreckt sich die Feudenheimer Au, ein Landschaftsschutzgebiet mit renaturiertem Augewässer, das an das ehemalige Kasernengelände Spinelli grenzt. Dort fand vom 14. April bis 8. Oktober 2023 die Bundesgartenschau statt. Geblieben sind der Spinelli-Park als Teil des mehr als sieben Kilometer langen Grünzugs Nordost und der 81 Meter lange, 12 Meter hohe Panoramasteg mit Blick in die Au. Der Spinelliplatz wurde 2020 benannt. Der Feldweg In der Au verbindet Feudenheimer Straße und Neustadter Straße durch das Gebiet, der Aubuckel ist als 1,96 Kilometer lange Kreisstraße die Hauptverbindung nach Käfertal und Vogelstang.
Sehenswürdigkeiten und Freizeit
Wasserturm, Gasthaus zum Ochsen, die drei Kirchen, die Schleuse und die Feudenheimer Au mit Spinelli-Park sind die Ziele, die Besucher nach Feudenheim führen.
Der Wasserturm von 1906 ist das Wahrzeichen des Ortes; ähnliche Türme aus derselben Zeit stehen in Wallstadt und Straßenheim. Die katholische Kirche St. Peter und Paul zeigt ihre Baugeschichte in drei Teilen: gotischer Turm, barockes Langhaus und ein sächsisches Querhaus. Die evangelische Johanneskirche entstand 1889 im neugotischen Stil nach Plänen von Hermann Behaghel, die Epiphaniaskirche stammt von 1965. Das Gasthaus zum Ochsen von 1632 und der Hochbunker von 1941 gehören ebenso zum Baubestand wie die Schleuse Feudenheim im sachlichen Stil der 1920er Jahre. Weitere Bauwerke der Stadt beschreibt die Seite Historische Gebäude, Ausflugsziele in ganz Mannheim die Seite Sehenswürdigkeiten.
Wer Natur sucht, findet sie an drei Stellen: im Naturschutzgebiet Maulbeerinsel und Wörthel am Neckar, im Bürgerpark mit dem Naturdenkmal Bell und in der Feudenheimer Au mit dem Spinelli-Park. Der Panoramasteg der Bundesgartenschau 2023 bietet den besten Blick über die Au. Während der 178 Ausstellungstage verband eine Seilbahn das Spinelli-Gelände über den Neckar hinweg mit dem Luisenpark; sie beförderte 3,06 Millionen Passagiere und wurde danach abgebaut. Zur Bertha Benz Memorial Route, die durch Feudenheim führt, gehört die Strecke der ersten automobilen Fernfahrt. Den Weihnachtsmarkt am Rathaus ergänzt in der Adventszeit der große Weihnachtsmarkt in Mannheim.
Verkehr und Anbindung
Feudenheim ist seit 1883/84 an die Straßenbahn angeschlossen und über die Carlo-Schmid-Brücke, den Aubuckel und die Neckarfähre mit den Nachbarn verbunden.
Die 1883/84 von Martin Lutz und Cie. eröffnete Dampfstraßenbahn nach Mannheim wurde 1914 elektrifiziert; bis heute fährt die Straßenbahn durch den Ort in die Innenstadt. Für den Autoverkehr führt die Carlo-Schmid-Brücke von 1972 über den Neckar nach Neuostheim und in die Oststadt. Der Aubuckel verbindet als Kreisstraße Feudenheim mit Käfertal und Vogelstang, der Wingertsbuckel mit Wallstadt, die Ilvesheimer Straße und die Landesstraße 538 an der Neckarfähre mit Ilvesheim. Die Banater Straße ist ein 3,55 Kilometer langer Abschnitt einer Bundesstraße auf Feudenheimer Gemarkung, benannt 1994.
Mit dem Fahrrad ist Feudenheim über die Feudenheimer Straße erreichbar, die als 3,21 Kilometer langer Geh- und Radweg vom Theodor-Kutzer-Ufer am Neckar entlang bis zum Aubuckel führt. Der Neckardamm verbindet den Ort außerdem mit Ilvesheim und flussabwärts mit der Neckarstadt.
Einkaufen und Alltag
Der Alltag in Feudenheim spielt sich an der Hauptstraße und rund um das Rathaus ab, wo familiär geprägte Geschäfte alle Bedarfsbereiche abdecken.
Freitags findet am Rathaus ein Wochenmarkt statt. Für Kinder und Jugendliche gibt es sieben Kindertagesstätten, eine Grundschule, eine Realschule und ein Gymnasium, für Veranstaltungen die Kulturhalle von 1979. Das Gemeindesekretariat erledigt örtliche Verwaltungsaufgaben. Wer Filialen in der Nähe sucht, findet sie in der Übersicht der Banken in Mannheim. Übernachtungsmöglichkeiten im Bezirk und in der Umgebung zeigt die Seite Hotels. Für den großen Einkauf sind die Innenstadt per Straßenbahn und das Kurpfalz-Center im Nachbarbezirk Vogelstang die nächsten Anlaufstellen.